Festrede anlässlich der Enthüllung der Gedenktafel für den Preußenkönig Friedrich II.

vorgetragen von der Schülerin Josephine Schütte, Klasse 8/3

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Jubiläumsjahr des Preußenkönigs Friedrich II.  wird viel diskutiert über einen Monarchen, der bis heute zu vielen Spekulationen und unterschiedlichsten Bewertungen Veranlassung gibt. Friedrich II., der sich in der Stadt Prenzlau nur ein einziges Mal aufgehalten hat, als er als Kronprinz 1737 seinen Vater auf einer Inspektionsreise begleitete, hinterließ auch einige Spuren in der Uckermark, die auf seine Regierung als König zurückgehen. So gehören neben seinen zahlreichen Reformen und Maßnahmen, wie z. B. die Trockenlegung des Oderbruchs, die Förderung der Landwirtschaft, die innere Kolonisation, die auch mit neuen Ortsgründungen in der Uckermark einherging, auch Eingriffe in Versorgung und Ausbildung der Soldaten. In seiner Regierungszeit entstanden in Prenzlau zwei erste Kasernen, die heute zu den ältesten erhaltenen in Deutschland zählen. Die von Friedrich maßgeblich mitgeprägten preußischen Tugenden wie  „Mut, Pflichterfüllung, Gehorsam, Treue, Pflichtbewusstsein und Tapferkeit“ wurden  in den Jahren des Dritten Reiches schamlos missbraucht, was die Alliierten 1947 dazu bewegte,  den Staat Preußen, den es zu diesem Zeitpunkt eigentlich gar nicht mehr gab, dennoch für aufgelöst zu erklären. Aber weder Friedrich II. noch Preußen sollten auf den Militarismus reduziert werden. Dies erkannte offensichtlich auch der Prenzlauer Ehrenbürger Witt, der für die Bürger dieser Stadt ein weiteres Denkmal stiftete, das  vor über 100 Jahren am 9. Dezember 1906 auf dem Obermarkt, genau an dieser Stelle wo wir heute stehen, enthüllt wurde.

 
Friedrich II.

Das von dem Berliner Bildhauer Glümer geschaffene Bronzedenkmal Friedrichs II.,  ist vom Künstler bereits  ein Jahr zuvor  für den an der Oder gelegenen märkischen Ort Letschin geschaffen worden. Während das in Letschin stehende Friedrich-Denkmal noch heute vorhanden  ist, wurde das in Prenzlau aufgestellte Denkmal 1947 entfernt. Zum Verbleib gibt es bis heute verschiedene sich widersprechende Augenzeugenberichte, denen wir, die Klasse 8/3, im Rahmen unserer Wettbewerbsarbeit nachgegangen sind. Immerhin führten unsere Recherchen zu einem noch vorhandenen Rest des Denkmalsockels, der noch bis 1960 als Litfasssäule diente und dann zu Grabsteinen verarbeitet wurde. Ein letztes erhaltenes Stück davon tauchte dann in der Steinmetz-Werkstatt Missfeld auf, was uns dazu inspirierte, im Friedrich-Jahr  auch in Prenzlau an diesen Preußenkönig zu erinnern. Erinnerungswürdig erscheinen uns seine für damals fortschrittlichen Gedanken, seine Reformen und seine Toleranz anderen gegenüber, die wir uns auch für die Gegenwart wünschen. Sein Ausspruch „Jeder soll nach seiner Fasson selig werden“ sollte ein Exportschlage „Made in Brandenburg“ werden. Und vielleicht kann ja auch seine  besondere Affinität  für den Kartoffelanbau für die Stadt Prenzlau, die Stadt des Nudelbarons, wirtschaftlich nachhaltig von Nutzen sein. Wenn wir heute zu Ehren Friedrichs des Großen anstelle von Blumen Kartoffeln - pardon Nudeln -  auf diese Granitplatte legen, dann gedenken wir seiner auf eine besondere Weise, die dem Alten Fritz sicher gefallen hätte.

Klasse 8/3 des Christa-und-Peter-scherpf-Gymnasiums

Prenzlau, 08. November 2012

Enhüllung des Friedrich-Gedenksteins 001

 

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